Grafik Netzwerk -Schmuckelement

Neuromodulation

Neuromodulation

Neuromodulationstherapie kann bei diversen neurologischen und/oder psychiatrischen Erkrankungen zum Einsatz kommen, darunter Depression, Angst- und Panikstörungen, Schlafstörungen, Long COVID, chronische Schmerzen, Migräne, Fatigue-Syndrom, ADHS, Zwangsstörung, Tic-Störung (inkl. Tourette), posttraumatische Belastungsstörung, Suchterkrankungen, kognitive Störungen und Demenz, Morbus Parkinson, Multiple Sklerose, Schlaganfallfolgen, Polyneuropathie, Tinnitus, Fibromyalgie, neuropathische Schmerzen, Ataxien sowie das komplexe regionale Schmerzsyndrom (CRPS).

Hintergrund dieser breiten Anwendbarkeit ist, dass alle diese Krankheitsbilder auf Funktionsstörungen in neuronalen Netzwerken beruhen – also auf gestörter Kommunikation zwischen Nervenzellen. Durch gezielte elektrische, magnetische oder lichtbasierte Reize wird die Aktivität dieser Netzwerke wieder reguliert, die Durchblutung verbessert und die Bildung neuer Nervenverbindungen gefördert. So können Symptome gelindert und Regenerationsprozesse im Gehirn nachhaltig unterstützt werden.

Transkranielle Magnetstimulation (TMS / TBS)

Bei der transkraniellen Magnetstimulation (TMS) werden von außen über eine Spule an der Kopfhaut kurze Magnetimpulse erzeugt. Diese Magnetfelder dringen schmerzfrei durch Schädel und Hirnhäute in das Gehirn ein und können dort gezielt Nervenzellen in bestimmten Hirnregionen aktivieren oder modulieren. Je nach gewähltem Stimulationsmuster lassen sich Hirnareale anregen oder beruhigen.

Ziel der Behandlung ist es, gestörte Aktivitätsmuster im Gehirn zu beeinflussen. Bei verschiedenen neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen, wie etwa Depressionen, chronischen Schmerzen oder bestimmten Bewegungs- und Erholungsstörungen nach Schlaganfall, zeigen bestimmte Hirnnetzwerke eine verminderte oder fehlregulierte Aktivität. Durch die gezielte Stimulation dieser Areale kann die Aktivität der beteiligten Netzwerke normalisiert und die Fähigkeit des Gehirns zur Anpassung und Neubildung von Verbindungen unterstützt werden.

Die Wirkung der TMS entsteht nicht durch eine einzelne Anwendung, sondern entwickelt sich in der Regel im Verlauf mehrerer Sitzungen. Die Behandlung ist nicht-invasiv, erfolgt im Wachzustand und wird in der Regel gut vertragen.

Transkranielle Magnetstimulation

Was Studien zeigen:

eine deutliche Besserung der depressiven Symptome um rund 50 % ... bei 30-40 % verschwanden die Symptome nach Behandlung vollständig.

— Blumberger DM et al., The Lancet 2018; 391:1683-1692

Transkranielle Photobiomodulation (TPBM)

Bei der transkraniellen Photobiomodulation wird infrarotnahes Licht, in neueren Anwendungen auch Laserlicht, von außen gezielt auf bestimmte Bereiche der Kopfhaut gerichtet. Dieses Licht kann in begrenztem Ausmaß durch die Schädelknochen in das oberflächliche Hirngewebe eindringen. Dort wird es von Strukturen in den Nervenzellen aufgenommen, insbesondere von Bestandteilen der „Kraftwerke“ der Zellen, den Mitochondrien.

Durch diese Lichtaufnahme wird der Zellstoffwechsel angeregt. Vereinfacht gesagt können die Nervenzellen ihre Energieproduktion steigern, indem vermehrt ATP gebildet wird. ATP ist die zentrale Energiequelle der Zellen und notwendig für Signalverarbeitung, Reparaturprozesse und Anpassungsvorgänge im Nervensystem. Eine verbesserte Energieversorgung kann dazu beitragen, dass Nervenzellen belastungsfähiger werden und ihre Funktion stabiler ausüben.

Auf funktioneller Ebene können diese Effekte Prozesse der neuronalen Anpassung und Regeneration unterstützen.

Was Studien zeigen:

Die Photobiomodulation steigert die Gedächtnisleistung, während die Symptome sich tendentiell verschlechtern.

— Blumberger DM et al., The Lancet 2018; 391:1683-1692

Transkranielle Elektrostimulation (tDCS / tACS / RNS)

Bei der transkraniellen Gleich- oder Wechselstromstimulation werden über Elektroden auf der Kopfhaut sehr schwache elektrische Ströme angelegt, typischerweise im Bereich von 1–2 Milliampere. Diese Ströme sind nicht spürbar oder werden höchstens als leichtes Kribbeln wahrgenommen. Sie verändern nicht direkt die Aktivität einzelner Nervenzellen, sondern beeinflussen die Erregbarkeit ganzer Hirnregionen.

Durch die Stimulation können bestimmte Areale vorübergehend leichter aktivierbar werden oder in ihrer Aktivität gedämpft werden, je nach Art des Stroms und der Platzierung der Elektroden. Auf Netzwerkebene kann dies dazu beitragen, gestörte Aktivitätsmuster auszugleichen und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Hirnregionen zu verbessern. Vereinfacht gesagt wird das „Arbeitsniveau“ bestimmter Netzwerke angepasst, die bei verschiedenen neurologischen oder psychischen Erkrankungen fehlreguliert sind.

Die Effekte entstehen in der Regel durch wiederholte Anwendungen und im Zusammenspiel mit aktivem Training oder Therapie, da das Gehirn in Phasen veränderter Erregbarkeit leichter neue Verbindungen aufbaut und bestehende Netzwerke anpasst. Auf diese Weise können Symptome günstig beeinflusst werden.

Transkranielle Elektrostimulation

Was Studien zeigen:

… durchschnittliche Verbesserung des Gedächtnisses und der Aufmerksamkeit um etwa 45 % beobachtet ...
(Unter anderem bei Patienten mit Long COVID)

— Thams F et al., Brain Stimulation 2024; 17(3):611-619

Vagusnerv Stimmulation [ Verfügbar ab März 2026 ]

Die Vagusnervstimulation ist ein neuromodulatives Verfahren, bei dem der Vagusnerv gezielt stimuliert wird, um Regulationsprozesse im Nervensystem zu beeinflussen. Der Vagusnerv ist ein zentraler Bestandteil des vegetativen Nervensystems und spielt eine wichtige Rolle bei Stressregulation, Entspannung, Herzfrequenz sowie emotionaler und kognitiver Verarbeitung. Über seine Verbindungen beeinflusst er Netzwerke, die an Stimmung, Angstregulation, Schmerzverarbeitung und Erholung beteiligt sind.

Durch die Stimulation werden übergeordnete Regelkreise im Gehirn moduliert, insbesondere solche der Stressverarbeitung und autonomen Regulation. Klinisch kann dies zu einer Reduktion innerer Anspannung sowie zu Verbesserungen von Schlaf, emotionaler Stabilität und Schmerzwahrnehmung beitragen. Die Wirkung entwickelt sich in der Regel im Verlauf wiederholter Anwendungen.

Die nicht-invasive Vagusnervstimulation erfolgt über kleine Elektroden an bestimmten Bereichen der Ohrmuschel, die über feine Nervenäste mit dem Vagusnerv verbunden sind. Sanfte elektrische Impulse werden an zentrale Schaltstellen im Gehirn weitergeleitet und unterstützen so die Regulation dysbalancierter Netzwerke.

Was Studien zeigen :

...........führte eine vierwöchige transkutane Vagusnervstimulation zu signifikanten Verbesserungen in Stress, kognitiver und somatischer Angst sowie depressiven Symptomen, während zugleich das subjektive Selbstvertrauen anstieg

— Park SH et al., Applied Sciences 2025; 15(16):9105

Neurofeedback [verfügbar ab April 2026]

Neurofeedback ist ein Trainingsverfahren, bei dem die eigene Gehirnaktivität in Echtzeit sichtbar gemacht wird. Über Sensoren am Kopf werden Hirnströme gemessen und z. B. als einfache Grafiken oder Animationen dargestellt. Durch dieses Feedback lernt das Gehirn schrittweise, günstigere Aktivitätsmuster zu entwickeln. Ziel ist es, übermäßige oder ungünstige Aktivität zu reduzieren und hilfreiche Muster zu stärken. Die Effekte entstehen nicht durch eine einzelne Sitzung, sondern durch wiederholtes Training über mehrere Anwendungen hinweg.

Was Studien zeigen :

.......dass spezifisch trainierte EEG-Rhythmusmuster zu signifikanten Verbesserungen depressiver Symptome führen können

— Escolano C et al., Scientific Reports 2022; 12:12197


Neurologische Privatpraxis
Dr.in med. univ. Margaretha Lang

Anschrift & Kontakt

Krottendorf 193,
8564 Krottendorf-Gaisfeld

+43 660 7344780
praxis@neurologielang.at